Nirgendwo – Wer Angst sät … – Kinder auf der Flucht

12. September 2017 | Kategorie: Literatur

Drei Gedichte von Hıdır Eren Çelik

Nirgendwo

Meine Gedanken wandern schneller als ich,

suchen mir eine Heimat, wo ich frei wie ein Vogel rasten kann,

ohne Grenzen.

Nirgendwo bin ich zu Hause, suche mir eine Heimat,

in der nur noch Menschlichkeit herrscht.

Nur dort bin ich zu Hause,

wo es keine Verfolgung, keine Vertreibung und keine Kriege gibt.

Meine Gedanken suchen die Freiheit, die die Sehnsucht aller Menschen ist,

ein Lied möchte ich singen wie zwitschernde Vögel am Ast eines Apfelbaumes.

Bis ich meine Freiheit gefunden habe, werde ich nirgendwo zu Hause sein.

 

Wer Angst sät …

Wer Angst sät und Kriege führt,

wird uns eine zerstörte Welt voller Gewalt hinterlassen.

Mit jedem vergangenen Tag

verwelkt die Hoffnung wie die Blätter eines Baumes,

wenn wir unsere Erde nicht beschützen.

Eine ausgeraubte Erde wird nicht mehr blühen,

wie die Blätter des Baumes können wir nicht mehr atmen

und fallen nach und nach hinunter,

dadurch ist das Ende der Menschheit nahe.

Wer Hoffnung auf eine gemeinsame Zukunft sät,

ohne Grenzen,

wird uns eine Erde voller Frieden zürückgeben.

Eine grüne Oase,

einen Bund der Zusammengehörigkeit der Menschen

auf dieser Erde.

 

Kinder auf der Flucht

Die Wellen des Meeres, so stürmisch und so hoch.

Die Wellen schleuderten die Kinder aus dem Boot

und zogen sie in die Tiefe des Meeres.
Die Kinder verborgen die Angst tief in ihrem Lächeln,

im Spiegel des Meeres verborgen sie ihre Träume,

in der Hoffnung, Europa zu erreichen.

Das Meer zieht die Kinder in seine Tiefe….
Die Nachrichten des Tages:

Wieder ein Flüchtlingsboot gekentert im Mittelmeer.

Mit der Zeit verwelken die Erinnerungen an die Kinder,

es bleiben nur noch in Zeitungsarchiven ihre Bilder.

Sie sind dem Zorn und der Gewalt zum Opfer gefallen.

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