Sieben Wochen ohne Kneifen: Zeig Dich! Impuls für die 5. Fastenwoche

14. März 2018 | Kategorie: Religion und Philosophie

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Sei Du! Steh auch zu Deinen Fehlern!

von Dirk Voos

Da wurden Eva und Adam die Augen aufgetan, und sie wurden gewahr, dass sie nackt waren, und flochten Feigenblätter zusammen und machten sich Schurze. Und sie hörten Gott den HERRN, wie er im Garten ging, als der Tag kühl geworden war. Und Adam versteckte sich mit seiner Frau vor dem Angesicht Gottes des HERRN zwischen den Bäumen im Garten. Und Gott der HERR rief Adam und sprach zu ihm: Wo bist du? Und er sprach: Ich hörte dich im Garten und fürchtete mich; denn ich bin nackt, darum versteckte ich mich. Und er sprach: Wer hat dir gesagt, dass du nackt bist? Hast du gegessen von dem Baum, von dem ich dir gebot, du solltest nicht davon essen? (Genesis 3,7 – 11)

Die obige Geschichte ist als Geschichte des Sündenfalls bekannt. Menschen haben Gottes Gebot gebrochen, und darum ist die gesamte Menschheit sündig. Aber, wie ich letzte Woche schon bemerkte, kennzeichnet gerade die Fähigkeit, gut und böse zu unterscheiden, unser Menschsein. Bevor die beiden Menschen von dieser Frucht aßen, konnten sie gut und böse gar nicht unterscheiden. Sie hätten nicht einmal ein schlechtes Gewissen gehabt.

Das entschuldigt aber nicht ihr Handeln, wie auch ihre Scham beweist. Und auch ihre menschlich typische Reaktion auf ihr Fehlverhalten nicht, sich zuerst zu verstecken, und dann gefunden zu versuchen, sich herauszureden, indem sie andere verantwortlich machen: „Sie gab mir davon“. „Die Schlange hat mich verführt“. Ganz egal, wie schwer Sie die Verfehlung beurteilen: Die beiden hatten etwas getan, dass Gott ihnen eindeutig verboten hatte, und die beiden schämten sich.

„Zeig deine Fehlbarkeit“, heißt es diese Woche. Als Gott durch den Garten ging und nach ihnen rief, schafften Adam und Eva es immerhin, aus ihrem Versteck zu kommen und sich schließlich zu zeigen. Sie ließen sich konfrontieren mit dem, was sie falsch gemacht haben. Danach bekamen sie die Konsequenzen ihres Fehlers genannt. Gott schickte sie hinaus in die Welt. Vorher zog er sie aber noch an, damit sie nicht nackt bleiben mussten. Die Geschichte konnte weitergehen, beziehungsweise in diesem Fall: Die Geschichte konnte beginnen.

Genauso ist es gut, wenn Sie sich eigenen Fehlern stellen, die Konsequenzen auf sich nehmen, damit geklärt wird, wie es weitergeht. Darum: Kneifen Sie nicht! Stehen Sie zu sich und auch zu Ihren Fehlern!

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