Sieben Wochen ohne Kneifen: Zeig Dich! Impuls für die 6. Fastenwoche: Zeige deine Hoffnung! Sei zuversichtlich!

21. März 2018 | Kategorie: Religion und Philosophie

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von Dirk Voos

Sie kamen nach Jericho. Und als er aus Jericho hinausging, er und seine Jünger und eine große Menge, da saß ein blinder Bettler am Wege, Bartimäus, der Sohn des Timäus. Und als er hörte, dass es Jesus von Nazareth war, fing er an zu schreien und zu sagen: Jesus, du Sohn Davids, erbarme dich meiner! Und viele fuhren ihn an, er sollte schweigen. Er aber schrie noch viel mehr: Du Sohn Davids, erbarme dich meiner! Und Jesus blieb stehen und sprach: Ruft ihn her! Und sie riefen den Blinden und sprachen zu ihm: Sei getrost, steh auf! Er ruft dich! Da warf er seinen Mantel von sich, sprang auf und kam zu Jesus. Und Jesus antwortete ihm und sprach: Was willst du, dass ich für dich tun soll? Der Blinde sprach zu ihm: Rabbuni, dass ich sehend werde. Und Jesus sprach zu ihm: Geh hin, dein Glaube hat dir geholfen. Und sogleich wurde er sehend und folgte ihm nach auf dem Wege. (Mk 10,46-52)

Hoffen gegen alle Wahrscheinlichkeit. Schreien gegen alle Widerstände, das traut sich Bartimäus. Bartimäus ist es nicht peinlich, unangenehm aufzufallen. Obwohl die Umstehenden ihn anfahren, ruhig zu sein, tut er alles, Jesus auf sich aufmerksam zu machen. Er ist überzeugt, Jesus kann ihm helfen. Und Jesus hilft ihm. Genauso kommen mir viele Flüchtlinge vor, wenn sie trotz aller Gefahren nach Europa und Deutschland fliehen. Wenn sie nicht aufgeben, hier eine sichere Zuflucht zu finden. Wenn sie in Deutschland um die Möglichkeit bitten, in Frieden leben zu können. Doch wie reagieren wir in Deutschland darauf? Ablehnend? Fahren wir sie an aufzuhören? Sind die lästig? Schicken wir sie zurück? Oder erbarmen wir uns wie Jesus und geben ihnen eine Chance, ein neues Leben anzufangen? Sich zu integrieren wie Bartimäus, als er Jesus danach auf dem Weg folgte?

Jesu Beispiel kann uns Mut machen, nicht zu kneifen und zu helfen versuchen. Ich weiß, es gibt eine Grenze der eigenen Möglichkeiten. In Deutschland ist nicht für alle Menschen Platz. Aber für viele. Mehr als wir uns vorstellen. Mit etwas Anstrengung und gutem Willen können wir uns zutrauen vielen, die zu uns kommen, zu helfen. Wir sollten nicht kneifen, auf das eigene Herz zu hören und nicht hart über die Hilfsbedürftigen hinwegzusehen. Kneifen sie nicht aus Angst, sondern seien sie hoffnungsvoll und zuversichtlich wie Bartimäus. Kneifen Sie nicht und belohnen Mut wie Jesus.

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