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Wie kritisch ist Critical Whiteness? Zur Kritik des neueren Antirassismus

25 April von 20:00 - 22:00

Dienstag, 25. April, um 20 Uhr in Hörsaal 8 (Hauptgebäude)
Vortrag von Klaus Blees (Aktion 3. Welt Saar, Kompetenzzentrum Islamismus)

Vertreter der Critical Whiteness (CW), der kritischen Weißseinsforschung, haben in zentralen Punkten recht. So ist es wichtig, zu lernen, auch bei weißen Antirassisten vorhandene, oft unbewusste rassistischen Stereotype selbstkritisch zu erkennen. Jedoch sind derartige Forderungen nach selbstkritischer Reflexion nicht neu, sondern waren zuvor schon Bestandteil der Rassismuskritik. Die unzutreffende Behauptung, bis dato übersehene Lücken und blinde Flecken im antirassistischen Diskurs erstmals sichtbar gemacht zu haben, dient den CW-Vertretern dazu, ihren Ansatz als originell zu verkaufen. Leider bleiben einflussreiche Teile der CW-Verfechter nicht bei der Analyse subtiler rassistischer Strukturen stehen, sondern fallen hinter die emanzipatorischen, herrschaftskritischen Ansätze des klassischen Antirassismus zurück: Sie führen durch die Hintertür biologistische Kategorien wieder ein. Weiße sind nach ihrem Verständnis an sich in einer privilegierten Situation. Ihnen wird das Recht abgesprochen, aus sich heraus eine kritische Position zum Rassismus einzunehmen.

Die Definitionsmacht, was rassistisch ist und was nicht, wird ausschließlich Menschen nichtweißer Hautfarbe, den „People of Color“, zugestanden. Der Vortrag setzt sich vor allem mit dieser Rückkehr biologistischer Kategorien im Gewand des Antirassismus auseinander. Diese Ausformung von CW wird als Neuauflage des Kulturrelativismus im modernen Gewand analysiert.

Organisiert von der Anarchistisch-Syndikalistischen Jugend Bonn (ASJ) im Rahmen des Festival contre le racisme 2017.

 

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Details

Datum:
25 April
Zeit:
20:00 - 22:00