Mal ehrlich! 7 Wochen ohne Lügen

14. März 2019 | Kategorie: Religion und Philosophie

Impuls für die 2. Fastenwoche: Die Wahrheit erkennen
von Pfarrer Dirk Voos

7 Wochen ohne 2019

Die neue Fastenaktion „Mal ehrlich! Sieben Wochen ohne Lügen“ fragt nach dem Umgang mit der Wahrheit. Die Frage nach der Erkenntnis der Wahrheit spielt schon in der biblischen Geschichte vom Anfang der Welt eine Rolle:

Und die Schlange war listiger als alle Tiere auf dem Felde, die Gott der HERR gemacht hatte, und sprach zu der Frau: Ja, sollte Gott gesagt haben: Ihr sollt nicht essen von allen Bäumen im Garten? Da sprach die Frau zu der Schlange: Wir essen von den Früchten der Bäume im Garten; aber von den Früchten des Baumes mitten im Garten hat Gott gesagt: Esset nicht davon, rühret sie auch nicht an, dass ihr nicht sterbet!

Da sprach die Schlange zur Frau: Ihr werdet keineswegs des Todes sterben, sondern Gott weiß: an dem Tage, da ihr davon esst, werden eure Augen aufgetan, und ihr werdet sein wie Gott und wissen, was gut und böse ist. Und die Frau sah, dass von dem Baum gut zu essen wäre und dass er eine Lust für die Augen wäre und verlockend, weil er klug machte. Und sie nahm von seiner Frucht und aß und gab ihrem Mann, der bei ihr war, auch davon und er aß. Da wurden ihnen beiden die Augen aufgetan und sie wurden gewahr, dass sie nackt waren, und flochten Feigenblätter zusammen und machten sich Schurze.“ (Gen 3,1,7)

Warum auch immer die beiden Menschen von der besonderen Frucht aßen, es wirkte. Sie entdeckten, dass sie nackt waren. Sich nackt zu fühlen, kann Angst machen, weil ich mir schutzlos vorkomme. Nackt wird jedoch auch meine Individualität deutlich: ich bin zu sehen, wie ich ehrlich bin.

Lohnt sich diese Erkenntnis? Oder ist es besser, der Wahrheit aus dem Weg zu gehen und mit Lebenslügen zu leben? Ich finde gut, dass Eva und Adam nach Erkenntnis und Wahrheit gestrebt haben. So werden Menschen erwachsen und selbstverantwortlich. Wer verantwortlich ist, muss zwar die Konsequenzen seines Handelns tragen. Dafür gewinnt er jedoch einen weiteren Horizont, weil er Grenzen und Mauern überwindet und sich dadurch weiter entfalten kann.

Bezüglich des Mottos der diesjährigen Aktion „7 Wochen ohne Lügen“ ermutigt mich diese Geschichte, es mir nicht in der Komfortzone meiner Lebenslügen bequem zu machen. Stattdessen möchte ich neugierig weiterfragen: Gibt es nicht mehr? Wer bin ich? Was kann ich tun? Ist ignorieren, wenn ich solch eine Sehnsucht spüre, nicht auch schon eine Lüge? Ich glaube das. Wenn Sie das auch spüren, nutzen Sie diese Fastenzeit dafür, Lebenslügen zu hinterfragen: Was wollten Sie immer einmal machen und haben es sich nicht getraut? Seien Sie ehrlich zu sich und überlegen: Geht es nicht doch anders?

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