Literatur

Erinnerungen, die mit der Zeit fließen 

Erinnerungen, die mit der Zeit fließen,
vergehen nicht einfach wie Flüsse;
sie altern mit uns, unsere Weggefährten,
leben weiter in den silbernen Strähnen unseres Haares,
in den Falten, die sich in unsere Gesichter eingegraben haben. 

Unvergessen bleibt, was wir gemeinsam erlebt haben:
das Brot, das wir an einem Tisch teilten,
die Hoffnung, die am selben Feuer wuchs,
die Träume, die wir unter demselben Himmel erschufen. 

In der Wärme derselben Decke
trotzten wir der eisigen Kälte des Winters. 

Und eines Tages
liefen wir den Sternen entgegen,
als wollten wir den Tod herausfordern;
ohne Erwartungen, ohne Eigennutz,
nur den Morgen im Blick, an den wir glaubten. 

Die Berge sind Zeugen unserer Stimmen,
die Täler kennen unsere Schritte. 

Noch immer trägt der Wind
unsere unvollendeten Lieder in die Ferne.
Die Spuren jener, die einst Schulter an Schulter gingen,
löschen sich nicht aus der Erde. 

Und selbst wenn viele Jahre vergangen sind,
steigen die Erinnerungen empor wie ein Ruf.
Denn manche Freundschaften sind größer als die Zeit;
weder Trennungen können sie aufzehren
noch der Tod. 

Weggefährten,
jeder gemeinsam gelebte Augenblick
ist ein unvergesslicher Vers eines Epos;
und wir leben in diesem Epos weiter,
als Erinnerungen, die der Zeit trotzen. 

Hıdır Eren Çelik
Bonn, 01.06.2026 

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