In meinen Erinnerungen warst du immer gegenwärtig,
wie eine Liebe, die die Zeit nicht zu löschen vermag.
Ich trug dich tief in meinem Herzen,
an jenem verborgenen Ort,
den weder Jahre noch Entfernungen erreichen können.
(…)
Du warst
die wehmütige Stimme eines alten Volksliedes,
die feierliche Stille eines Berges vor dem ersten Licht des Tages,
die stille Sehnsucht, verborgen in den Augen einer Mutter.
So bist du in mir geblieben,
unvergänglich und nah.
Wie weit mich die Jahre auch von dir forttrugen,
in welcher Stadt ich mich auch verlor,
im Lärm der Straßen und im Strom der Menschen –
ein Teil meiner Seele ging immer deinen Wegen nach.
Denn der Mensch
kehrt letztlich immer zu seiner Kindheit zurück,
zu der Erde, die sein Herz geprägt hat,
und mehr als zu allem anderen
zu den unvollendet gebliebenen Lieben seines Lebens.
So ruft auch mich dein Name noch immer,
wie das ferne Echo eines Tales,
wie das Lied eines Flusses,
das nie verstummt.
Hıdır Eren Çelik, Bonn, 29. Mai 2026
„Zwei Verse aus der türkischen Elegie ‚Munzur’a Düşen Ağıt‘ in deutscher Übersetzung.“
Der Munzur ist ein Fluss in Dersim (heute Provinz Tunceli), einer historisch und kulturell bedeutsamen Region in Ostanatolien.
